Die hier erwähnten Therapiemethoden gehören in die Kategorie “biologische Medizin” und werden derzeit von der offiziellen Medizin (Schulmedizin) nicht anerkannt, da diese immer noch in veralteten, überwiegend materialistischen Vorstellungen gefangen ist.. 
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Dr. med. Götz Blome

Wie kann man Gesundheit verstehen?

Bevor wir uns der Frage zuwenden, wieso ein Mensch krank wird, sollten wir uns darüber verständigen, was eine Krankheit ist und wie sie entsteht. Beginnen wir mit der Gesundheit. Ein Mensch ist gesund, wenn sein Körper, seine Psyche und seine Seele richtig entwickelt sind und einwandfrei „funktionieren", das heißt: bei optimaler physischer und psychischer Selbstverwirklichung.

Im Einzelnen äußert sich dies folgendermaßen:

* Ein gesunder Körper ist bis in jede Zelle und jedes Organ altersentspre­chend entwickelt und funktioniert optimal. Er macht keine Beschwerden, ist in der Lage, sich aus der Umwelt zu nehmen, was er braucht, und auf ihre Belastungen und Bedrohungen erfolgreich zu reagieren, und er dient Psyche und Seele als gutes Werkzeug.

  • Eine gesunde Psyche (sie soll hier als Funktionssystem aus Instinkten, Ge­fühlen und Emotionen verstanden werden) erzeugt einen harmonischen emotionalen Zustand; sie steuert die Körperfunktionen und -reaktionen sinn­voll und konstruktiv im Hinblick auf Überleben und Selbstverwirklichung.

  • Eine gesunde Seele (das „Organ" der Bewusstwerdung, der Ich-Erkenntnis, der Ethik und der überpersönlichen Werte) ist offen und frei für Bewusstseins­erweiterung, höheres menschliches Wachstum und die transzendente Dimen­sion (Ewigkeit, „Gott", Jenseits) und ermöglicht es uns, mit dem Leben in erfreulicher Weise zurechtzukommen und einen Sinn darin zu finden.

    Gesundheit bedeutet insgesamt Lebensfreude: Wohlbefinden, Gefühlsharmonie, Frieden, Zuversicht und transzendente Gewissheit.

    Ein gesundes Kind ist altersgemäß entwickelt, körperlich beschwerdefrei und leistungsfähig, zufrieden, interessiert und unternehmungslustig, spielt und lernt gern, ist ehrlich, offen und kontaktbereit, kann sich sozial einordnen, ohne sich selbst dabei aufzugeben, hat Selbstvertrauen, ist fair, liebevoll und liebesfähig.

    Diese Idealform von Gesundheit findet man in der Praxis allerdings nur selten. Denn sie wird oft durch schicksalhafte Faktoren verhindert, wie zum Beispiel angeborene Krankheiten oder Missbildungen, konfliktive psychische Anlagen, negative Einflüsse aus dem sozialen Milieu oder der Umwelt.

    Jeder Mensch hat aber sein persönliches Optimum an Gesundheit, seine ei­gene Norm. So kann auch ein behindertes Kind — bezogen auf seine persönliche Norm — gesund und normal sein, und erst Abweichungen von dieser Norm be­deuten (seine persönliche) Krankheit.

     

    Wie kann man Krankheit verstehen?

    Entsprechend der obigen Definition entsteht eine Krankheit, sobald die körperli­che und/oder seelische Selbstverwirklichung beeinträchtigt wird. Diese Beein­trächtigung äußert sich in den verschiedenen Bereichen des Menschen unter­schiedlich:

  • Im körperlichen Bereich kann sie in einer Störung der körperlichen Entwick­lung bestehen, so dass keine normalen anatomischen Strukturen aufgebaut werden; sie kann auch in einer Behinderung der Zell- und Organfunktionen oder einer Beschädigung von Zellen und Organen bestehen. Bei Kindern kön­nen sich hieraus Missbildungen, Entwicklungsstörungen, Kinderkrankheiten und Unfallschäden ergeben. Mögliche Ursachen: negative Einflüsse von außen wie vergiftete Umwelt, schlechte Lebensbedingungen, ungeeignete Nahrung oder Klimabedingungen, gewalttätige Schädigungen durch Unfälle und andere Lebewesen (vom Krankheitserreger bis zum Menschen), negative innere (psychische und seelische) Zustände, krankhafter Stress oder Genschä­digungen.

    * Im psychischen Bereich bedeutet die Beeinträchtigung, dass innere und äu­ßere Gefühls- oder Instinktkonflikte aufgetreten sind oder Zerrissenheit oder Destruktivität herrscht. Bei Kindern äußert sich dies in einer Reduktion des psychischen Wohlbefindens und Störungen des Verhaltens.

    * Im seelischen Bereich führt die Beeinträchtigung dazu, dass das innere Wachstum blockiert ist, dass das Leben keinen (oder zu wenig) Sinn hat, dass die Beziehung zur transzendenten Dimension und das tiefe Wissen um die göttliche Ordnung verloren gegangen sind. Daraus entstehen Verzweif­lung, Verlust des Lebenssinnes und des Urvertrauens, wodurch wichtige Kräfte und Funktionen im Organismus blockiert werden. Auf Dauer wird der Mensch dadurch todkrank oder zerstört sich selbst. Beim ganz kleinen Kind spielen diese Seelenkrankheiten keine große Rolle, da sie eine — sich erst entwickelnde — Bewusstheit voraussetzen, wogegen sie bei größeren Kindern durchaus vorkommen. Mögliche Ursachen: schlechte Behandlung, psychische Verletzungen, jede Art von Unwahrheit und Einseitigkeit in der Erziehung (zu materialistisch, widernatürlich, dogmatisch oder verlogen).

    Bei der Entwicklung einer Krankheit kann man bestimmte Phasen beobachten, denen charakteristische körperliche und psychische Zustände entsprechen. Da in jeder dieser Phasen zunächst ein subjektives Leidens- oder Krankheitsgefühl auf­tritt, dem dann schnell ein objektiver, Krankheitsbefund folgt, kann man sich am psychischen Zustand gut und schnell über die allgemeine Situation orientieren.

    Wie erwähnt besteht der ideale Zustand in einer optimalen Selbstverwirkli­chung, die gleichzeitig Gesundheit bedeutet. Daher reagiert der Mensch auf jede Behinderung seiner Selbstverwirklichung mit gesteigerter Aktivität und eventueller Aggressivität, um doch zu bekommen, was er braucht, oder um ei­nen schädlichen Einfluss auszuschalten. Wenn er dabei Erfolg hat, normalisiert sich sein Zustand und er bleibt gesund. Gelingt ihm dies aber nicht, so gerät er in einen körperlichen oder psychischen Mangelzustand, der mit einer Frustration oder Unzufriedenheit (und funktionellen körperlichen Störungen) einhergeht. Natürlich versucht er weiterhin, die Störung, Behinderung oder Schädigung auszuschalten und sich die Verhältnisse zu verschaffen, die er braucht. Wenn ihm dies gelingt, ist alles wieder in Ordnung; anderenfalls bleibt er entweder in diesem unguten Zustand oder gerät in einen noch schlechteren, wobei sich die Frustration zur mehr oder weniger schweren Depression steigert (dabei treten die leichten und mittelschweren organischen Krankheiten auf). Auch in diesem Stadium versucht er noch, die guten Bedingungen wiederherzustellen, wozu ihm allerdings nicht mehr die ganze Kraft zur Verfügung steht, weil ein Teil von ihr durch die Depression verbraucht wird. Wenn diese Bemühungen erfolglos bleiben, hält der depressive, reduzierte Zustand an oder steigert sich zur Resig­nation, falls das zugrunde liegende Problem sich weiter verstärkt. Resignation

    bedeutet, dass er die Hoffnung auf Heilung aufgegeben hat, dass sich schwere oder unheilbare Krankheiten entwickeln und dass seine Seele mehr oder weni­ger schnell auf das erlösende Ende zusteuert.

    Wichtig an diesem Schema ist die Erkenntnis, dass — streng genommen —jede Krankheit in dem Augenblick beginnt, in dem sich Frustration einstellt, das heißt sobald sich das Kind nicht mehr wohl fühlt. Das klingt vielleicht etwas übertrie­ben, weil Unzufriedenheit und reduziertes Wohlbefinden normalerweise zu unse­rem Leben gehören und wir nicht auf die Idee kommen, sie als krankhaft zu betrachten. Wenn Sie aber Ihre eigenen Krankheiten genau analysieren, so werden Sie fast immer jenen Punkt finden können, an dem sie mit Unwohlsein oder Unzu­friedenheit begannen und von dem Sie heute sagen würden: „Hätte ich nur damals besser aufgepasst, dann wäre es nicht so weit gekommen!" Würden diese warnen­den Zeichen ernster genommen, ließen sich die meisten Krankheiten verhüten.

    Eine wichtige Rolle bei der Krankheitsentstehung spielt der krank machende Stress, den wir von der gesunden Aktivität unterscheiden müssen. Diese geht —wie beim sportlichen Training — mit einem Zustand erhöhter Leistungsfähigkeit einher, in dem brachliegende Kräfte aktiviert werden und in dem wir uns wohl fühlen. Zum krank machenden Stress wird eine Leistung — oder eine Leistungs­forderung — dagegen, wenn wir sie subjektiv als zu schwer empfinden und wenn sie uns keine ausreichende Möglichkeit zur Erholung lässt.

    Im Deutschen Wörterbuch (Wahrig) wird Stress definiert als Belastung, die der Körper durch zu lang dauernde oder ihm unangemessene Reize und schädi­gende Einflüsse erhält. Im Englischen bedeutet stress bzw. distress Not, Be­drängnis, Erschöpfung und in der lateinischen Sprache entspricht dem das Wort strictus = verwundet.

    Normalerweise besteht im Organismus ein ausgeglichenes Verhältnis zwi­schen Leistung und Ruhe, Anspannung und Entspannung, das vom vegetativen Nervensystem aufrechterhalten und aus allen Bereichen des Organismus gesteu­ert wird. Es entspricht auch dem Tag-Nacht-Rhythmus. In der Tagesphase befin­det sich der Organismus in einem gewissen Spannungszustand und erbringt Leistung, in der Ruhe- oder Nachtphase dagegen schaltet er auf Entspannung und Erholung um und erholt sich wieder. Der Entspannungszustand ist extrem wich­tig, denn nur in ihm wird entgiftet und regeneriert, wogegen der Spannungszu­stand immer mit Kraftverbrauch und mit Verschleiß einhergeht. So muss dem leistungsbedingten Abbau (Tag) stets ein entsprechender, durch Ruhe ermöglich­ter Aufbau (Nacht) gegenüberstehen, damit die Gesundheit erhalten bleibt.

    Dieses Gleichgewicht zwischen Leistung und Erholung geht verloren, wenn wir in Stress geraten. Die möglichen Ursachen hierfür sind:

    * psychische Überlastung durch zu starke Emotionen, vor allem negativ: Angst, Ärger, Gier usw.,

  • körperliche Überbelastung durch zu schwere Arbeit (z. B. Hochleistungs­sport); Druck, Reibung usw.,

  • mechanische Überbelastungen durch schädliche Einwirkungen von außen wie Prellungen, Verletzungen usw.,

  • physikalische Überbelastung durch Kälte, Hitze, Sonne, Klima, Trockenheit, Feuchtigkeit usw.; Strahlung (radioaktiv, Elektrosmog, „Erdstrahlen" usw.,

  • toxische Überbelastung durch unverträgliche Nahrung (zu viel Zucker, Säu­ren, Eiweiß), Gifte (z. B. Nahrungs-, Umwelt-, Wohngifte), schädliche Medi­kamente, Impfungen.

    Im Stress kämpft unser Organismus gewissermaßen ums Überleben und gerät in einen unnormalen Spannungszustand, der jede Erholung unmöglich macht. Das kann sich in Schlaf- und Appetitlosigkeit, Fieber, Verkrampfungen, erhöhtem Blutdruck, Tumorwachstum oder anderen Zeichen krankhaft erhöhter Aktivität äußern. Das Krankhafte daran ist, dass dadurch der größte Teil jener Kraft ver­braucht wird, die eigentlich für die Entgiftungs- und Regenerationsarbeit vorgese­hen ist. So werden die im Stress vermehrt anfallenden Schlacken nicht mehr entsorgt und der übermäßige Verschleiß nicht durch Wiederaufbau ausgeglichen. In dieser Situation treten auch die oben erwähnte Frustration und Depression auf.

    Erst wenn der Stress aufhört, weil die Gefahr vorbei oder ein erstrebtes Ziel erreicht ist, kann sich der Organismus wieder entspannen, genügend entgiften und aufbauen. Dabei schlägt aber das Pendel genauso stark in die andere Rich­tung aus, das heißt: Alles, was an Entgiftungs- und Reparaturarbeit versäumt wurde, wird jetzt im Expresstempo und in Form intensiver Heilreaktionen nach­geholt, die in Entzündungen und Ausscheidungen aller Art bestehen. Dabei ver­hindert der Organismus durch eine gleichzeitige starke Mattigkeit jede weitere Aktivität. Alle diese Symptome sind demnach eigentlich Heilreaktionen und dienen der Wiederherstellung der Gesundheit.

    Auch bei jeder Grippe kann man diese beiden Phasen feststellen: Zuerst gibt es einen durch psychische oder körperliche Überforderung entstandenen Stresszu­stand (zum Beispiel durch Angst oder Enttäuschung, Überanstrengung oder extre­me Temperaturen) und danach stellen sich Müdigkeit, Entzündungen (zum Beispiel Angina) und Ausscheidungen (zum Beispiel Schweiß, Rotz, Auswurf) ein.

    In der oben erwähnten Phase der Resignation fallen die Heilreaktionen schwach aus, weil die Reserven zu Ende gehen — oft wird dann das Nachlassen der Krankheitssymptome irrtümlicherweise für eine Besserung gehalten. (Ge­nauso meinen Eltern manchmal, wenn sie den Widerstand Ihres Kindes gebro­chen haben und es endlich „brav" geworden ist, dies sei ein Fortschritt —tatsächlich haben sie es meist nur so geschädigt, dass es keine Kraft mehr hat zum Aufbegehren. Solche innerlich geknickten Kinder entwickeln oft schon bei kleinen Belastungen schwere Krankheiten.)

    Wir können also festhalten: Nicht die körperlichen Abwehr- und Entgif­tungsreaktionen sind die eigentliche Krankheit, sondern der ihnen vorhergehen­de Stress durch Überforderungen jeder Art.

    Streng genommen ist ein Kind also schon dann krank, wenn es sich im krankhaften Stress befindet beziehungsweise sich nicht mehr wohl fühlt, und nicht erst dann, wenn es deutliche körperliche oder psychische Störungen auf­weist. Diese Erkenntnis zeigt, dass eine Heilbehandlung bereits im Stadium der subjektiven Leiden und Störungen einsetzen und dass die seelische Not eines Kindes ernst genommen werden müsste: die Frustrationen, Enttäuschungen, Traurigkeiten, Einsamkeiten, Liebesprobleme, Überforderungs- und Minder­wertigkeitsgefühle, Ängstlichkeiten und was sonst noch die Sonne im kindli­chen Gemüt untergehen lässt.

    Hier zeigt sich wieder einmal, dass das größte und wichtigste Heilmittel die Liebe ist. Sie macht die Eltern achtsam und entgegenkommend und veranlasst sie, ihrem Kind das zu geben, was es braucht, oder vor dem zu beschützen, was ihm schadet. Wenn Sie es sich angewöhnen, bei Ihrem Kind auf jene Zustände zu achten, in denen seine Lebensfreude deutlich reduziert ist, und schnellstmög­lich etwas dagegen zu unternehmen, können Sie es vor mancher Krankheit be­wahren.

     

    Wie kann man Heilung verstehen?

    Heilung ist die Wiederherstellung des körperlichen, psychischen und seelischen Wohlbefindens. Sie findet in unserem Organismus ständig statt, da er ununterbro­chen damit beschäftigt ist, Belastungen abzufangen und auszugleichen, Stoff-wechselgifte auszuscheiden, den täglichen Abbau rückgängig zu machen und krankhafte Abweichungen vom guten Normalzustand zu korrigieren. Im psychi­schen und seelischen Bereich besteht sie im Bestreben, den Frieden mit sich selbst, den Menschen, der Welt und dem Leben wiederherzustellen, was zu einer ständigen Erweiterung des Bewusstseins und einer flexiblen und realistischen Änderung des Verhaltens führt.

    Heilung bedeutet nicht, dass einfach der frühere Zustand exakt rekonstruiert wird, sondern dass man — körperlich, psychisch und seelisch — wieder auf den richtigen Weg zurückgefunden hat. Sie ist persönliche Weiterentwicklung durch erfolgreiche Auseinandersetzung mit dem, was uns krank macht.

    Beim Kind stehen die körperlichen und psychischen Probleme im Vorder­grund. Es wird dadurch geheilt, dass es bekommt, was es braucht (z. B. Vitami­ne oder Liebe), oder dass ein schädigender Einfluss (z. B. eine Infektionsquelle, ein ungünstiger Umwelteinfluss oder schlechte Behandlung) abgestellt wird. Man sollte einem Kind krank machenden Stress ersparen, das heißt sehr sensi­bel darauf achten, dass man es nicht durch überzogene Erwartungen unter star­ken Druck setzt oder durch seine eigenen Probleme überfordert.

    Wie wir gesehen haben, setzt die Heilung immer dann ein, wenn der krank machende Stress aufhört und der Organismus in die Entspannungsphase kommt. War der Stress nicht sehr stark, fällt auch die Entgiftungs- und Repara­turarbeit nur leicht aus und wird kaum wahrgenommen. Aber von einem be­stimmten Ausmaß an — das der vorhergehenden Schädigung entspricht — wird sie unangenehm. Denn der Organismus versucht durch intensive Heilungsreak­tionen (s. unten) möglichst schnell wieder normale, gesunde Zustände zu schaf­fen. Wir sollten uns, um sie richtig deuten zu können, darüber im Klaren sein, dass sich in ihnen die bereits einsetzende Heilung zu erkennen gibt. (Unter sehr ungünstigen Bedingungen können diese Reaktionen so stark ausfallen, dass sie tödlich werden. In diesem Fall bleibt als letzte Möglichkeit nur ihre Blockie­rung mit allopathischer Therapie — s. unten.)

    Auch die durch so genannte Krankheitserreger erzeugten Symptome sind Bestandteil solcher Heilungsprozesse. Der Organismus setzt sie gewissermaßen für bestimmte Ziele ein, er lässt es zu, dass sie aktiv werden und ihre speziellen Funktionen erfüllen. Das erklärt, warum bei schweren Epidemien nicht alle Menschen krank werden.

    Die wichtigsten Heilungsreaktionen sind:

  • Fieber, bei dem durch Erhöhung der Körpertemperatur verstärkte Abwehr­arbeit geleistet und u.a. Krankheitserreger inaktiviert, Gifte" neutralisiert und Abwehrstoffe erzeugt werden. Daher gibt es sogar ein Therapieverfah­ren, bei dem künstliches Fieber erzeugt wird.

  • Schwitzen, bei dem der Organismus über die Haut entweder überzähliges Wasser und/oder Stoffwechselgifte ausscheidet (der Volksmund sagt des­halb: „Die Haut ist die dritte Niere.") oder sich durch Verdunstung abkühlt.

  • Durchfall, durch den der Körper in Form beschleunigter Ausscheidung Krankheitserreger und Gifte eliminiert; auch psychische Erschütterungen werden oft auf diese Weise „abgeführt" (z. B. wenn man sich vor Angst in die Hose macht).

  • Husten, mit dessen Hilfe der Organismus Fremdkörper, Gifte, störende Sub­stanzen (Schleim und Eiter) aus den Bronchien entfernt.

  • Erbrechen, mit dessen Hilfe der Organismus schädliche Stoffe und Substan­zen aus dem Magen entfernt.

  • Entzündung, die meist mit Erwärmung, Rötung, Schwellung und Schmerz einhergeht und eine natürliche örtliche Abwehr- und Reparaturmaßnahme ist.

  • Eiter, der unter Mitwirkung bestimmter Bakterien aus weißen Blutkörper­chen und eingeschmolzenem Gewebe entsteht und mit dessen Hilfe der Organismus geschädigte Zellen oder Gewebe ausscheidet.

  • Ausschlag oder Ekzem, eine Hautreaktion, durch die der Organismus schäd­liche Substanzen loswird oder örtliche Schäden repariert.

  • Juckreiz, der dazu führen soll, dass man Ausscheidungen schädlicher (von innen ausgetretener oder von außen aufgebrachter) Stoffe oder Gifte von Parasiten durch Kratzen von der Hautoberfläche entfernt.

  • Steine, die eine Art Ablagerung schädlicher Substanzen sind.

  • Tumoren, die man ja auch als „Neubildungen" bezeichnet und die einen Ver­such des Organismus darstellen, allerschwerste körperliche oder psychische (diese vor allem!) Schädigungen zu reparieren oder auszugleichen.

  • Verhaltensauffälligkeiten, Neurosen, Psychosen, die einen Versuch darstel­len, aus einer unguten Situation das Beste zu machen.

    Wenn man sich klar macht, dass die „Krankheitssymptome" in Wirklichkeit der Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit dienen, erkennt man, wie unsinnig es ist, sie zu bekämpfen. Sinnvoller ist es, den Organismus in diesem seinem Heilungsbestreben zu unterstützen, so dass die Reaktionen leichter aus­fallen und schneller beendet werden können — noch besser aber wäre es, dafür zu sorgen, dass der krank machende Stress erst gar nicht entstehen kann.

     

    Krankheit und Schicksal

    Noch einige grundsätzliche Gedanken über das Wesen der Krankheit sind unerlässlich. Sie besteht ja nicht nur aus den äußerlich erkennbaren Verände­rungen, Symptomen und Beschwerden, sondern gibt auch unserem Lebensweg eine andere, unerwartete Richtung und erzeugt seelische Leiden. Sie ist also auch ein Ausdruck unseres Schicksals.

    Wie auch immer man dieses definieren will — das Wesentliche an ihm ist, dass sich in ihm eine höhere und unbegreifliche Wesenheit oder Ordnung äu­ßert, die über uns bestimmt. (Man nennt das Schicksal ja auch „Bestimmung".) Selbst wenn wir meinen, unser Leben aus eigener Verantwortlichkeit und nach unserem freien Willen gestalten zu können, bleibt immer noch die Tatsache, dass wir es uns weder selbst gegeben haben, noch es beliebig lange erhalten können, dass wir zu allem, was wir unternehmen, „Glück" (woher kommt es?) brauchen und dass wir das „Unglück", das uns getroffen hat, nicht abwenden konnten.

    Bei Krankheiten wird besonders deutlich, wie sehr wir dem Schicksal ausge­liefert beziehungsweise auf den „Segen des Himmels" oder unser Glück ange­wiesen sind. Denn obwohl wir uns so sehr dagegen absichern und so viele Erfolg versprechende Therapien entwickelt haben, können wir viele Krankhei­ten weder verhindern noch heilen. Letztlich bleibt uns dann nichts anderes üb­rig, als sie innerlich anzunehmen (was nicht ausschließt, dass wir uns weiterhin um eine Besserung bemühen).

    Die Erkenntnis unseres Ausgeliefertseins ist deshalb wichtig, weil sie uns bewusst macht, dass es eine transzendente Dimension („Gott", Schicksals­ macht, kosmische Ordnung) gibt, die über allem Irdischen steht und in der wir geborgen sind. Daraus entsteht das Vertrauen, dass alle Geschehnisse unseres Lebens — auch die Schicksalsschläge — einen höheren Sinn haben und immer auch Chancen zu geistig-seelischem Fortschritt darstellen.

    Gerade wenn Eltern mit einer schweren, vielleicht sogar tödlichen Krankheit ihres Kindes konfrontiert werden — oder anders gesagt: mit dessen persönlichem, unbegreiflichen und ihnen unsinnig erscheinenden Schicksal —, brauchen sie, um positiv bleiben und ihrem Kind beistehen zu können, eine lebendige Verbindung nach „drüben", eine positive Ahnung, Gewissheit oder Perspektive.

    Begnügen Sie sich nicht damit, Ihr krankes Kind in eine gute ärztliche Behand­lung zu geben, sondern suchen Sie auch für sich die Gewissheit, dass alles, was ge­schehen wird, seinen Sinn hat und für alle Beteiligten ein weiterer Schritt zum „Heil" ist. Dann werden Sie Ihr Kind mit innerer Ruhe begleiten und ernste thera­peutische Entscheidungen, vor die Sie gestellt werden, richtig treffen können.

    Auch eine angeborene Krankheit des Kindes ist eine Schicksalsprüfung für die Eltern, für die sie seelische Klarheit brauchen. Zum Beispiel kann die Be­hinderung ihres Kindes für sie bedeuten, dass sie mehr Selbstlosigkeit entwi­ckeln oder eine andere Einstellung zum Leben finden müssen. Es kann aber auch richtig sein, das Kind in eine Pflege zu geben, die besser ist, als es ihre ei­gene sein könnte, weil sie ihr nicht gewachsen wären. Dazu braucht man große Ehrlichkeit sich selbst gegenüber sowie ein offenes Ohr und ein vertrauensvol­les Herz für die göttliche Macht, die jeden Menschen auf seinem eigenen, richti­gen (allerdings oft unbegreiflichen) Weg führt.

 

(Dieser Text stammt aus meinem vergriffenen Buch "Heile dein Kind an Körper und Seele")

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