Die hier erwähnten Therapiemethoden gehören in die Kategorie “biologische Medizin” und werden derzeit von der offiziellen Medizin (Schulmedizin) nicht anerkannt, da diese immer noch in veralteten, überwiegend materialistischen Vorstellungen gefangen ist.. 
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Dr. med. Götz Blome

TRAUER ?


Lächelndes Hinnehmen und erwartungsvolles Loslassen

 

                                                                                  Wurzeln schlagen

 

 

Wenn du eine Beziehung eingehst, ist es ähnlich, wie wenn eine Pflanze Wurzeln schlägt. Diese können oberflächlich sein oder sehr tief reichen. So wird auch deine Beziehung locker oder sehr eng sein, je nachdem wie du veranlagt bist und worauf sie sich bezieht: auf ein Ding, eine Pflanze, ein Tier oder auf einen anderen Menschen.

 

Und genau wie sich oberflächliche Wurzeln relativ leicht aus der Erde lösen und tiefe, vielfältig ausgebildete bei diesem Versuch zum Teil zerrissen werden, kann auch bei dir eine schwere Verletzung eintreten, wenn du eine sehr tiefgehende Beziehung – sei es Liebe, sei es Abhängigkeit - verlierst. Denn dabei wird ein Teil deiner seelischen Wurzeln zerrissen. Unter sehr ungünstigen Umständen kann die Verletzung so stark sein, daß du keine neuen Wurzeln mehr bilden, also keine neue Beziehung mehr aufnehmen, kannst und von der Welt abgeschnitten bist.

Da aber unser Leben ein ständiges Nehmen und Geben, Beginnen und Enden ist, wirst du immer wieder einmal eine Beziehung verlieren. Je leichter du dann loslassen, je bereitwilliger du dich zurückziehen kannst oder je lockerer du verwurzelt bist, desto weniger wird es schmerzen und desto größer sind deine Überlebenschancen.

Im täglichen Leben, bei den kleinen Verlusten und Trennungen - dort wo die Wurzeln und Beziehungen nicht so tief reichen -,  kannst du dies lernen: zum Beispiel wenn du Geld verlierst, einen Wunsch aufgeben oder einen Menschen freigeben mußt.

Sei dankbar für das Schöne, das du besitzen und erleben darfst, aber gib es wieder zurück, wenn die Zeit gekommen ist. 

Bewahre es lebendig in deiner Seele, denn da es ein Teil deines Leben war, ist es für alle Zeiten in dir. Verlieren kannst du es nur in der äußeren Welt, in der deine Beziehungen verletzliche Wurzeln sind – in deiner inneren Welt dagegen sind sie ewig und unzerstörbar.

Die Uhr anhalten

Wenn du aber nicht loslassen willst, was du verloren hast oder was dir genommen wurde, ist es, als würdest du versuchen, die Uhr deines Lebens anzuhalten.

Stop! sagst du, ich möchte daß alles so bleibt, wie es war. Das Leben soll nicht weitergehen, denn es wird niemals wieder so schön wie damals.

Doch es ist nur die Uhr deines Denkens, die du blockieren kannst. Die Uhr deines Lebens dagegen geht immer weiter, unaufhaltsam, ohne sich nach deinen Wünschen zu richten. Weil du innerlich an jenem Punkt deines Lebens stehen bleibst, an dem du etwas verloren hast, entwickelt sich eine zunehmende Differenz zwischen deinem tatsächlichen und dem Wunsch-Leben.

Diese Differenz heißt Trauer, und sie tut weh, weil du dich gegen das Leben sträubst, das Kommen und Gehen ist, Anfang und Ende und Anfang. Und sie verstärkt noch den Schmerz der zerrissenen Wurzeln.

Wenn du trauerst, ist deine Seele ist nicht hier, sondern irgendwo in der Vergangenheit geblieben, dort. wo das, was früher schön, lieb und wertvoll war, geblieben ist. Du weigerst dich, weiterzugehen und auch heute wieder etwas Schönes, Liebes, Wertvolles zu finden. Du gibst das Verlorene nicht frei, obwohl es verloren ist, und kannst daher das, was du statt dessen bekommst, nicht annehmen. So stehst du mit leeren Händen da und bist traurig.

Nach vorne blicken

Nur dorthin zu schauen, wo die Sonne untergegangen ist, läßt dich innerlich erblinden, denn dort wird es ja immer dunkler.

Dorthin zu schauen, wo die Sonne aufgeht, bedeutet, das Leben in sich aufzunehmen, denn vom Licht leben Augen und Seele gleichermaßen.

Lerne loszulassen, was du verloren hast, was dir genommen wurde, was von dir forttreibt, ohne ihm nachzutrauern, denn es kommt statt dessen immer wieder etwas Neues. Lerne den Blick nach vorn zu richten und anzunehmen, was dir dein unbegreifliches Schicksal gibt.

Wenn dir etwas genommen wird, dann deshalb, weil dir etwas Neues und Richtigeres bestimmt ist. Aber es liegt an dir, dies zu erkennen. Deine Trauer macht dich blind dafür, denn du schaust dorthin, wo nichts mehr ist.

Laß deine Tränen deinen Blick wieder frei waschen, aber laß sie nicht dein Auge trüben.

Offen sein für das, was kommt

 Und selbst, wenn du sterben mußt, ist es besser, du blickst nach vorn auf das, worauf du zugehst, statt auf das, was du verlassen mußt. Trauere nicht im voraus, klammere dich nicht fest an dem, was du vielleicht verlieren wirst. Höre auf die Stimme in deinem Inneren, die dir sagt, daß es Zeit ist, weiterzugehen. Versuche sie zu verstehen, innen im Herzen, nicht mit dem Verstand, denn der kann damit nichts anfangen.

Bedenke doch, welch wahrhaft einmaliges Erlebnis der Tod ist. Versuche, bewußt und offen und aufrecht durch das geheimnisvolle Tor zu gehen, das sich vor dir auftut, tauche sehenden Auges hinab in den Strudel, der dich erfaßt, richte deine Sinne auf das, was jetzt und hier geschieht, nicht auf das, was war oder was vielleicht sein wird oder was du gerne hättest, sonst hast du nichts von deinem Tod.

Laß das Vergehende los, damit du das Neue erfassen kannst. Täglich erlebst du das Sterben im Kleinen, täglich vergeht etwas, täglich wird dir etwas genommen, verlierst du etwas. Mit Hilfe dieser täglichen kleinen „Tode“ lächelndes Hinnehmen und erwartungsvolles Loslassen zu lernen, das ist es, worauf es ankommt. Denn dann kannst du es auch, wenn einst der große Tag kommt, an dem alles hier vergeht und sich wandelt.

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© Dr. Blome